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Keke´s GeschichteDer 20. Januar 2005 war ein ganz besonderer Tag. Sehnsüchtig von seinen Eltern und Geschwistern erwartet kam Keke zur Welt. Mit seinen stattlichen Maßen von 56 cm Länge, einem Gewicht von 4550 Gramm und einen Kopfumfang von 38 cm startete er ins Abenteuer Leben. Am Anfang schien alles so einfach zu sein. Keke schlief viel, weinte wenig. Ein echter Sonnenschein. Keke hatte einen sog. „Schiefhals“ und mit 4 Monaten begannen wir mit einer Physiotherapie. Sehr schnell zeigte sich eine Besserung, Keke lernte sogar, sich auf den Bauch zu drehen. Da die Kinderärztin keinen Grund zur Sorge sah (er ist eben ein langsames Kind…) bekamen wir die Physioverordnungen von unserem Hausarzt. Ein Segen, wie wir rückwirkend feststellen mussten. Keke´s Entwicklung stand still, schlimmer noch, er machte sogar teilweise Rückschritte. Kein robben, kein krabbeln, nur dasitzen und stereotyp den Kopf und die Hände bewegen. Egal ob Spielzeugauto oder Buggy --- die Räder mussten sich drehen. Einen anderen Zweck gab es nicht. Immer noch wurden wir von ärztlicher Seite beruhigt. Als er mit über einem Jahr immer noch keine Art der Fortbewegung kannte hatte die Kinderärztin ein Einsehen. 6 x Physiotherapie—da würde unserem Sohn schon gezeigt werden wie man läuft. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits 1 Jahr Physiotherapie mit Keke hinter uns—dank unserem Hausarzt. Nicht auszudenken, wie Keke´s Zustand gewesen wäre. Mütterliche Intuition ist oftmals doch richtig und endlich wechselten wir den Kinderarzt. Er ist Entwicklungsneurologe. Bereits der erste Termin bei ihm war niederschmetternd---keineswegs war alles in Ordnung und Keke nur etwas langsamer. Unter Tränen nahmen wir die ersten Diagnosen auf- aber auch froh, endlich Hilfe gefunden zu haben. „Nennen Sie es Autismus oder zentrale Wahrnehmungs-und-Verarbeitungsstörung“. Dieser Satz saß tief. Autisten—das war doch dieser „Rainman“?. Aber so langsam erklärten sich viele Verhaltensweisen, die Stereotypien, das Klatschen, das Drehen an Rädern. Und Autismus ist wirklich ein großes Wort—und nicht alle Autisten lernen Telefonbücher auswendig. Das haben wir dann sehr schnell begriffen. Zusätzlich hat Keke eine Muskelhypotonie (Muskelschwäche) rumpfabwärts. Unser Kinderarzt schickte uns erst mal für 3 Tage in eine spezielle Kinderklinik. Dort haben Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Ärzte mit ihm gearbeitet. Wiederum hiess es einen Arztbericht zu verkraften und gleichzeitig unser Kind als das zu sehen was es ist — einzigartig toll! Keke war mit 2 Jahren retardiert etwa auf dem Stand eines 8-12 monatigen Babys. Kein Sprachverhalten, auch so gut wie kein Sprachverständnis. Um ihn mobiler zu machen und ihm mehr Erfahrungen zu ermöglichen bekam Keke seinen Bob-der-Baumeister-Rollstuhl. Erstaunlich, wie schnell er damit fahren gelernt hat. Keke bekam einen Schwerbehindertenausweis mit 100% und den Kennzeichen B, H, G und aG. Ebenfalls wurde er in die Pflegestufe II eingestuft. Sein Therapiepensum erhöhte sich. Wöchentlich Frühförderung, Ergotherapie, zwei mal Physiotherapie-und einmal jede Woche darf Keke zur Reittherapie. Seine Physiotherapeutin hat ein eigenes Pferd, und wir durften dieses gemeinsam mit Keke besuchen. Eigentlich erwarteten wir alle Angst und Ablehnung. Aber was geschah? Die Augen öffneten sich weit, die kleinen Fäuste gingen auf und ein waches, offenes, interessiertes Kind berührte dieses große Tier. Spürte seine Wärme, sein Atmen. Wir waren alle fasziniert. Tiere als Zugang zu unserem Sohn. Seine Wachheit und Offenheit hielt den ganzen Tag an. Es war uns klar --- diese Erfarung sollte er öfters machen. Und da passierte für uns ein Wunder. Menschen, die wir nicht einmal alle persönlich kennen, haben für Keke gespendet. Forumsmamas mit Kindern in Keke´s Alter und die tollsten Topfguckerfrauen des Elternforums haben es Keke ermöglicht das komplette vergangene Jahr 2007 wöchentlich zur Reittherapie gehen zu können. Wir sind so dankbar für dieses große Geschenk! Keke macht sich prächtig auf dem Pferd. Er ist bereits vom kleinen Pony auf den großen Haflinger „aufgestiegen“. Sobald wir den Willihof erreichen und er „seinen Nemo“ entdeckt will er raus aus dem Rolli und rauf aufs Pferd. Er macht tolle Übungen auf dem Pferd, kann Bälle in ein Netz werfen, Ringe auf Köpfe legen, rückwärts reiten---und sogar traben. Natürlich wird er dabei gehalten. Das ist seine schönste Zeit in der Woche und wenn es nach ihm ginge, könnte die Reittherapiestunde nie enden. Auf dem Willihof wurde die Hündin schwanger- und wir haben uns nach reichlicher Überlegung dazu entschlossen, einen Welpen bei uns aufzunehmen. Bono ist im Sommer bei uns eingezogen und Keke ist im Glück. Konnte er zwischenzeitlich endlich langsam robben hatte er es nun recht eilig, auf die Knie zu kommen. Wo der Hund ist, ist Keke, und anders herum. Ständig hat Keke seine Hände in Bono´s Fell. Und kann nun schon richtig flott krabbeln. Seit Oktober geht Keke tageweise in einen sonderpädagogischen Kindergarten. Die Eingewöhnung fällt ihm recht schwer. Die Umstellung auf andere Menschen und die Trennung von seiner Mama machen ihm zu schaffen. Aber wir sind sicher, mit Geduld und Zeit wird es auch Keke im Kindergarten gefallen. Seine Nahrung wurde umgestellt. Er verträgt kein Kasein und kein Gluten. Selbst Spuren davon wirken sich extrem aus. Er wird mit eigenem Geschirr bekocht - mit Dingen, die wir zuvor gar nicht kannten. Diese sog. „Autismusdiät“ ist aufwändig und sehr teuer (ca. € 80,-- pro Woche), jedoch hat sie dazu geführt, dass sich Keke´s Stereotypien stark zurückgenommen haben. Keke hat sich unglaublich verändert. Die ständigen Therapien zeigen ihre Wirkung. Er hat das große Glück Therapeutinnen zu haben, die ihn in ihr Herz geschlossen haben. Wenn Keke etwas in „unserer Welt“ interessiert, dann ist er auch offen und wach. Wir versuchen, ihm sehr viele solcher Momente zu ermöglichen. Natürlich gibt es die Momente in denen er stereotyp wedelnd auf dem Boden sitzt. Und es keinen Zugang zu ihm gibt. In denen er in seiner eigenen Welt ist. Jedoch gibt es eben diese besonderen Momente, in denen er begeistert auf unsere Angebote eingeht. Und er kann strahlen --- das reicht bis tief ins Herz hinein. Vor kurzem hat er das erste mal seine Arme über der Brust verschränkt und damit seiner Mama das Wort „Liebe“ gebärdet. Ein tiefer Augenblick! Wir haben einen tiefen Glauben, und wir glauben, dass Gott keine Fehler macht. Und darum ist Keke auch richtig und toll, so wie er ist. Von verschiedenen Richtungen wurden wir mehrfach auf die Delphintherapie aufmerksam gemacht. Näheres Beschäftigen brachte uns zu der Erkenntnis, dass dies eine tolle Möglichkeit ist, Keke´s Wahrnehmung weiter zu verbessern. Allerdings ist eine Delphintherapie teuer. Sehr teuer. Für uns zu teuer. Aber wieder dürfen wir staunen! Die gleichen Forumsmamas hatten wieder gesammelt, und uns einen riesengroßen Scheck mit nahezu € 800,-- Euro zum Jahresbeginn 2008 geschenkt! Hier reichen Worte nicht mehr aus so dankbar sind wir. Unfassbar! Keke hat ein eigenes Girokonto bekommen, dort haben wir das Geld einbezahlt. Es ist für Keke´s großen Traum—seinen Traum von den Delphinen. Wir sind glücklich, die Eltern dieses tollen Kindes sein zu dürfen — er zeigt uns wofür es sich zu kämpfen lohnt. | ||||||||||||